Die Rückkehr von Recall, der KI-Funktion in Windows 11 Copilot+ PCs, die automatisch Bildschirmmomente speichert, wirft eine wichtige Frage auf: Hat Bequemlichkeit die Privatsphäre übertrumpft?
Die Funktion wurde ursprünglich im Mai 2024 angekündigt, aber Sicherheitsexperten bezeichneten sie damals als einen Albtraum. In der Tat macht Recall Screenshots von Benutzeraktivitäten, speichert sie lokal und scheint Passwörter im Klartext zu erfassen. Mit dem Rollout des Updates KB5055627 im April/Mai 2025 wird Recall wieder auf Copilot+ PCs verfügbar sein .
Was ist Windows 11 Recall?
Recall macht in regelmäßigen Abständen Screenshots von allem, was Sie auf Ihrem Bildschirm tun. Diese Bilder werden per OCR (Texterkennung) durchsuchbar gemacht und lokal gespeichert. So können Sie ganz einfach nach Stichwörtern zurücksuchen und direkt zum richtigen Moment navigieren. Microsoft nennt es "ein digitales Gedächtnis", aber die Funktion ist noch in der Vorschau.
Was wurde verbessert?
Microsoft hat eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um auf die Kritik des letzten Jahres zu reagieren:
- Opt-in erforderlich: Der Rückruf ist standardmäßig deaktiviert und bittet zweimal um Erlaubnis.
- Windows Hello-Authentifizierung: Zugriff nur nach biometrischer Authentifizierung oder PIN.
- Automatische Filterung: Sensible Daten wie Ausweise, Kreditkarten und Bankdaten werden automatisch ausgeschlossen.
- Einstellbare Ausschlüsse: Sie können Apps, Websites und Inhalte filtern oder Recall komplett deaktivieren.
Was bleibt besorgniserregend?
Trotz der Verbesserungen gibt es immer noch ernsthafte Bereiche, die Anlass zur Sorge geben:
- PIN-Code-Zugang: Statt nur biometrischer Daten ermöglicht auch ein einfacher PIN-Code den Zugang.
- Unzuverlässige Filterung: In einigen Fällen werden immer noch sensible Daten gespeichert.
- Chat-Apps werden nicht standardmäßig blockiert: Signal, WhatsApp und Telegram werden einfach erfasst, sofern sie nicht manuell ausgeschlossen werden.
- Daten bei anderen Parteien: Wenn Ihr Unternehmen Recall deaktiviert, eine externe Partei jedoch nicht, werden Ihre gemeinsam genutzten Daten möglicherweise weiterhin lokal gespeichert.
Auf wen trifft das zu?
Recall ist vorerst nur auf Copilot+PCs verfügbar, aber es ist wahrscheinlich, dass die Funktion irgendwann in größerem Umfang eingeführt wird. Jedes Unternehmen, das mit sensiblen Daten arbeitet, sollte daher jetzt eine entsprechende Richtlinie erstellen.
Was können Sie tun?
- Prüfen Sie, ob Recall aktiv ist: Gehen Sie zu Einstellungen → Datenschutz & Sicherheit → Recall.
- Verwenden Sie Filter: Schließen Sie bestimmte Apps, Websites oder sensible Daten aus.
- Schalten Sie Recall aus: Dies können Sie über die Einstellungen tun. Vorhandene Schnappschüsse löschen.
- Gruppenrichtlinie oder PowerShell verwenden: Ermöglicht es Ihnen, Recall in einer Unternehmensumgebung vollständig zu blockieren.
- Nach Updates prüfen: Größere Windows-Updates können den Rückruf reaktivieren.
Fazit
Die Rückkehr von Recall führt wieder einmal zu Diskussionen über den Datenschutz. Obwohl Microsoft deutliche Verbesserungen vorgenommen hat, ist es für Unternehmen immer noch wichtig, diese Funktion kritisch zu betrachten. Deaktivieren Sie Recall, legen Sie Richtlinien fest und behalten Sie die Updates genau im Auge. Datenschutz sollte nie der Preis für Bequemlichkeit sein.
